FED

Der Familienentlastende Dienst richtet sich an Familien mit behinderten Angehörigen.
Er entlastet die Betreuungspersonen, indem er behinderte Angehörige teilweise unterstützt, betreut, begleitet, beschäftigt oder fördert.
Art und Umfang der Hilfen werden auf die Erfordernisse der einzelnen Familien abgestimmt. Die Angebote des FED umfassen:

  • stundenweise, tageweise oder mehrtägige Betreuungs- und Pflegehilfen
  • wahlweise in der Wohnung der Familie oder an anderen Orten

Sie haben dabei die Möglichkeit die Budgets der Verhinderungspflege und der Zusätzlichen Betreuungsleistungen in Anspruch zu nehmen, wenn die Berechtigung in einem entsprechenden Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MdK) festgestellt wurde.

1) Verhinderungspflege / Ersatzpflege
Ist Ihr Angehöriger seit mindestens sechs Monaten eine Pflegestufe zugeordnet, übernimmt die Pflegekasse die Kosten der Betreuung, wenn die normalerweise tätige Pflegeperson verhindert ist.

  • Anspruch auf Verhinderungspflege haben zu Betreuende, die seit mindestens sechs Monaten einer Pflegestufe zugeordnet sind und im häuslichen Umfeld betreut wurden. Es muss ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.
  • Zur Zeit beträgt das Budget 1612,– Euro pro Kalenderjahr. Das Budget kann durch nicht in Anspruch genommene Beträge der Kurzzeitpflege aufgestockt werden. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse.
  • Die Gründe für die Inanspruchnahme der Verhinderungspflege sind nicht klar definiert und vielfältig. Sie reichen von Arztterminen und Behördengängen bis hin zu Urlaubsreisen und Familienfeiern, zu denen der zu Betreuende nicht mitgenommen werden kann.
  • Die Verhinderungspflege kann maximal 28 Tage pro Jahr in Anspruch genommen werden. Dabei kann sie entweder einmalig für den kompletten Zeitraum, aber auch wochen-, tage-  und stundenweise geleistet werden. Bei Inanspruchnahme von mehr als 8 Stunden pro Tag wird das Pflegegeld anteilig gekürzt.
  • wichtig: wenn die Verhinderungspflege für weniger als 8 Stunden an einem Tag in Anspruch genommen wird, wird sie nicht auf die maximal 28 Tage pro Jahr, sondern nur auf das Gesamtbudget von 1612,– jährlich angerechnet. Auch eine Kürzung des Pflegegeldes entfällt dann.
  • Der Betreuer, der die Verhinderungspflege übernimmt, muss (im Gegensatz zu den Zusätzlichen Betreuungsleistungen) keine besondere Qualifikation vorweisen. Es darf sich aber nicht um einen Verwandten ersten oder zweiten Grades handeln.
  • Sie können die Verhinderungspflege direkt mit der Krankenkasse abrechnen, ohne einen Sozialdienst/Träger/Verein dazwischen zu schalten. (Bei den Zusätzlichen Betreuungsleistungen ist dies nicht möglich.)
  • Achtung: Wenn Sie nicht das komplette Pflegegeld ausgezahlt bekommen, sondern auch Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen, greifen andere Regelungen bei der Anrechnung der Verhinderungspflege. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse auch zusätzlich über die Möglichkeiten der Kurzzeitpflege.

 

2) Zusätzliche Betreuungsleistungen
Die Zusätzlichen Betreuungsleistungen können Sie (im Gegensatz zur Verhinderungspflege) nicht direkt mit der Krankenkasse abrechnen. Dies muss eine dafür zugelassene Stelle für Sie abwickeln.
Unser Verein ist berechtigt die „Zusätzlichen Betreuungsleistungen“ nach §45b SGB XI abzurechnen. Wir führen dies gegen einen geringen Verwaltungskostenaufschlag ausschließlich für unsere Mitglieder durch.

  • Zusätzliche Betreuungsleistungen werden gewährt, wenn eine sog. „eingeschränkte Alltagskompetenz“ vorliegt, z.B. bei geistiger Behinderung, psychischen Erkrankungen oder auch Demenz. Darunter fällt z.B.:
      • Weglauftendenz
      • mangelndes Gefahrenbewusstsein
      • Selbstgefährdung durch unsachgemäßen Umgang mit Gegenständen oder Substanzen
      • tätlich oder verbal aggressives Verhalten
      • unangemessenes Verhalten
      • die Unfähigkeit, eigene körperliche oder seelische Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
      • herabgesetztes Urteilsvermögen
      • Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus
      • die Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
      • ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
      • zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit
      • und anderes
  • Anspruchsberechtigt sind auch Betreuungsdürftige, die noch keine Pflegestufe haben.
  • Die Feststellung der Berechtigung erfolgt über eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.
  • Die „Zusätzlichen Betreuungsleistungen“ belaufen sich je nach Schweregrad der Fähigkeitsstörungen auf bis zu 208,– Euro im Monat.
  • Es gibt spezielle Anforderungen an die Qualifikation des Betreuers, der über die Zusätzlichen Betreuungsleistungen abgerechnet wird.

 

3) Abrechnung über „autismus Mittelfranken e.V.“
Für unsere Mitglieder
übernehmen wir gegen einen geringen Verwaltungskostenaufschlag die Abrechnung der Verhinderungspflege und der Zusätzlichen Betreuungsleistungen, wenn die Familie bereits einen Betreuer für sich gefunden hat und dieser die erforderliche Qualifikation mitbringt.

Manchmal können wir mit dem ein- oder anderen Kontakt weiterhelfen, generell bieten wir aus Kapazitätsgründen jedoch zur Zeit noch keine Vermittlung von BetreuerInnen an. Da in unserem Verein fast ausschließlich ehrenamtlich gearbeitet wird, können wir diesen Service aktuell leider noch nicht leisten.

Für die regelmäßig vorgeschriebene Fortbildungspflicht für BetreuerInnen, die über die „Zusätzlichen Betreuungsleistungen“ abgerechnet werden, bieten wir Seminare an und verweisen auch auf Angebote anderer Träger.

Dies ist nur eine knappe Information zu den Themen Verhinderungspflege und Zusätzliche Betreuungsleistungen. Es gibt einige Details zu beachten. Bitte lesen Sie ausführliche Informationen z.B. unter folgenden Links nach. Dort finden Sie auch hilfreiche Ausführungen zu den Themen Pflegestufe und Kurzzeitpflege:

Pflege-ABC

KV-Media

Pflege durch Angehörige

Barmer GEK

Wenden Sie sich bei weiteren Fragen bitte an Ihre Krankenkasse oder für eine mögliche Abrechnung über uns auch gern per Mail (abrechnung (at) autismus-mfr.de) oder tel. unter: 09104-8262832 an Frau Jutta Hubert, die für unseren Verein die Abrechnungen organisiert – vielen Dank.

(alle Angaben ohne Gewähr)

 

Achtung: Ab 2017 werden die drei Pflegestufen in fünf Pflegegrade überführt.
Ausführliche Informationen darüber lesen Sie bitte unter folgendem Link:
Pflegegrade 1, 2, 3, 4 & 5